An Pfingsten kamen geistliche Gemeinschaften und Bewegungen zum Austausch in Rom zusammen – Papst Leo hat die leitenden Verantwortlichen in den Vatikan eingeladen.

von Andrea Fleming
Papst Leo XIV. hat am 6. Juni 2025 bei einer Begegnung mit internationalen Leitern kirchlicher Bewegungen im Vatikan die Bedeutung der Charismen für die Kirche hervorgehoben. Diese göttlichen Gaben seien Ausdruck des Heiligen Geistes und wirkten als „Sauerteig der Einheit, der Gemeinschaft und der Geschwisterlichkeit“. Die Veranstaltung fand im Rahmen eines Treffens des Dikasteriums für die Laien, die Familie und das Leben statt.
Die Kirche braucht Institution und Charisma
Der Papst würdigte die Vielfalt geistlicher Bewegungen, die aus charismatischer Inspiration oder apostolischem Eifer entstanden seien. Er betonte die Unverzichtbarkeit der Gemeinschaft für das christliche Leben – niemand sei Christ für sich allein. Die Kirche brauche sowohl ihre Institutionen als auch das Wirken der Charismen: Während erstere durch Sakramente, Wortverkündigung und Seelsorge die Gnade Gottes vermittelten, zeigten die Charismen diese Gnade in mit großer Lebendigkeit.
Leo XIV. forderte die Bewegungen auf, zwei zentrale Aufgaben besonders zu beherzigen: die Förderung der Einheit innerhalb der Kirche und die missionarische Verkündigung des Evangeliums. Dabei sei es wichtig, Christus immer im Zentrum zu behalten. „Christus zieht uns an sich – und so vereint er uns untereinander“, erklärte er. Nur durch diese innere Einheit könne eine authentische missionarische Dynamik entstehen. Die Bewegungen sollten das Feuer ihres missionarischen Eifers bewahren und sich nicht in sich selbst verschließen.
Zum Abschluss erinnerte der Papst daran, dass diese Gaben des Heiligen Geistes kein Selbstzweck seien, sondern Werkzeuge zur Vertiefung des Glaubens. „Wer mit anderen ein apostolisches Ziel verfolgt, ist gerufen, sich selbst zu entäußern, um andere zu bereichern.“



Am Pfingstwochenende waren Zehntausende Mitglieder kirchlicher Bewegungen in Rom, um mit dem Papst zentrale Feiern des Heiligen Jahres zu begehen. 1998 hatte Papst Johannes Paul II. erstmals an Pfingsten die katholischen Bewegungen und geistlichen Gemeinschaften miteinander nach Rom eingeladen. Daraus ist ein intensives Netzwerk von Beziehungen und gemeinsamen Initiativen entstanden, das sich auch auf Gemeinschaften anderer Konfessionen ausgeweitet hat – unter anderem im Netzwerk „Miteinander für Europa“.
Einen ausführlichen Beitrag über die Begegnungen finden Sie auf Vatican News.
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