Wer ist dabei?
In der „Wirtschaft in Gemeinschaft“ (WiG) engagieren sich weltweit Unternehmen, um benachteiligte Menschen zu unterstützen.
Was ist die spirituelle Basis?
Ausgangspunkt ist eine „Kultur des Gebens“, die auf dem Lebensstil der Urchristen basiert: Sie hatten alles gemeinsam, und nicht einer unter ihnen litt Not. (angelehnt an Apg 4,32)
Wie funktioniert die WiG?
Die Betriebe arbeiten gewinnorientiert. Ihre Gewinne setzen sie für drei Ziele ein:
- zur Linderung von Armut
- zur nachhaltigen Weiterentwicklung des eigenen Betriebes
- zur Verbreitung und Vertiefung der Kultur des Gebens
Gelebtes Evangelium
Den Anstoß zur „Wirtschaft in Gemeinschaft“ gab Chiara Lubich 1991 bei einer Reise nach Brasilien. Die große Kluft zwischen Arm und Reich dort empfand sie als konkrete Anfrage, im Sinne des Evangeliums Wege zur Umverteilung des Besitzes zu finden. Die Idee: Betriebe stellen einen Teil ihres Gewinns freiwillig der Gemeinschaft zur Verfügung. Wie in der Urkirche werden davon Bedürftige unterstützt, um Not kurzfristig zu lindern. Langfristig sollen als Hilfe zur Selbsthilfe neue Arbeitsplätze entstehen, mit Hilfe des erwirtschafteten Kapitals sollen die Betriebe sich weiterentwickeln. Und ein Teil der Gewinne soll in Schulungszentren investiert werden. „Denn ohne neuorientierte Menschen wird es keine erneuerte Gesellschaft geben“, so die Gründerin der Fokolar-Bewegung.
Inzwischen haben sich die Betriebe, die im Sinne der WiG wirtschaften, auf nationaler und internationaler Ebene vernetzt, um sich zu stärken, sich auszutauschen und die Prinzipien der „Kultu des Gebens“ zu vertiefen. Für Romano Prodi (Präsident der EU-Kommission 1999-2004) ist die WiG eine „zukunftsweisende Botschaft“, ein vom Prinzip der tiefsten Nächstenliebe getragenes Projekt, ein Versuch, diese Nächstenliebe „in den verschiedenen Bereichen des heutigen Lebens umzusetzen“.
