Datum: 14.04.2026

Kategorie: Pressemeldung

Author*in: Andrea Fleming

Mit herzlichem Applaus haben die 320 Teilnehmenden der Generalversammlung der Fokolar-Bewegung bei ihrer Audienz im Vatikan Papst Leo XVI. begrüßt. Der neu gewählte Co-Präsident Roberto Almada zeigte sich dankbar und froh über die Begegnung: „Mich hat sein dankbarer und ermutigender Blick auf alle Mitglieder der Bewegung beeindruckt: Priester, Familien, Jugendliche, Fokolarinnen und Fokolarinnen.“

Gleich zu Beginn lenkte Papst Leo XIV. die Aufmerksamkeit auf die Wurzel des Charismas: „Jeder von euch wurde vom Charisma der Dienerin Gottes Chiara Lubich angezogen.“ Die Einheit, so betonte er, bleibe das Herzstück der Gabe, die der Heilige Geist heute der Kirche und der Welt schenkt.

Ein Volk des Friedens, gerufen, der Barbarei Einhalt zu gebieten

Das Thema des Friedens zog sich wie ein roter Faden durch die Ansprache des Heiligen Vaters. „Gott hat auch durch euch in den vergangenen Jahrzehnten ein großes Volk des Friedens geformt“, das heute berufen ist, „ein Gegengewicht und einen Damm gegen all die zu bilden, die Hass sähen und die Menschheit in Formen der Barbarei und Gewalt zurückwerfen“. Worte, die die Arbeit der Generalversammlung bestätigten, die darüber reflektiert hat, wie man wirksamer dazu beitragen kann, soziale Bindungen wiederherzustellen, Polarisierungen zu überwinden und Dialog und Geschwisterlichkeit zu fördern.

Margaret Karram, die als Präsidentin der Bewegung wiedergewählt wurde, kommentierte: „Der Papst hat erneut betont, wie sehr in einer gespaltenen und vom Krieg zerrissenen Welt Einheit nötig ist. Er hat die Notwendigkeit, unsere Berufung zur Geschwisterlichkeit intensiver und besser zu leben, noch stärker in den Mittelpunkt gerückt. Besonders beeindruckt hat mich die Anerkennung des Papstes für die Arbeit der Bewegung in der Ökumene, im interreligiösen Dialog und in anderen Bereichen.“

 

Die Verantwortung in der Zeit nach der Gründung

Ein besonders bedeutender Abschnitt betraf den historischen Moment, den die Bewegung derzeit durchlebt. Papst Leo XIV. erinnerte daran: „Euch ist die Verantwortung anvertraut, das Charisma eurer Bewegung in der Nachgründungsphase lebendig zu halten“, einer Phase, die nicht mit der Generation unmittelbar nach der Gründerin endet, sondern „sich auch darüber hinaus erstreckt“. Er forderte die Bewegung auf, klar und ehrlich zu unterscheiden, was zum wesentlichen Kern des Charismas gehört und was sich im Laufe der Zeit ändern kann. Er sagte deutlich, dass es notwendig sei, zu unterscheiden, „welche Aspekte eures gemeinsamen Lebens und eures Apostolats wesentlich sind und daher beibehalten werden müssen“ und „welche Praktiken – obwohl seit langem in Gebrauch – für das Charisma nicht wesentlich sind oder problematische Aspekte gezeigt haben und daher aufgegeben werden müssen“.

Die Worte des Heiligen Vaters zur Transparenz – „Voraussetzung für Glaubwürdigkeit“ und ein Recht, auf das alle Anspruch haben, weil das Charisma für alle sei – haben bestätigt, was bereits in der Generalversammlung als wichtige Ausrichtung für die Zukunft formuliert wurde. Mehr Mitverantwortung ist für die Fokolar-Bewegung eine notwendige Entwicklung, um heute Einheit zu leben.

 

Ein gemeinsamer Erneuerungsprozess: Leitlinien für die nächsten fünf Jahre (2026–2031)

Die von der Generalversammlung angestoßene Reflexion über Herausforderungen und kritische Punkte hat gezeigt, dass vielen Problemen der Bewegung heute ein noch nicht ausgereiftes Verständnis von Einheit zugrunde liegt, dem Kernstück des Charismas von Chiara Lubich. Aus diesem Grund wurde ein Prozess des Umdenkens und der Vertiefung auf allen Ebenen angestoßen.

Wichtige nächste Schritte wurden skizziert: Fokolar-Gemeinschaften weltweit, insbesondere an den „Rändern“ der Welt wollen beitragen, um Spaltungen und Polarisierungen zu überwinden und dabei mit all jenen zusammenarbeiten, die das Anliegen des Dialogs und der Zusammenarbeit teilen; man will Netzwerke unterstützen, die sich für die Förderung des Friedens und die Erziehung zur Gewaltfreiheit einsetzen; eine ganzheitliche Vision für die Sorge um den Planeten und die Menschen soll entwickelt werden; Familien und Gemeinschaften sollen als Räume der gegenseitigen Unterstützung gestärkt werden. Außerdem soll ein verantwortungsvoller Umgang mit Technologien und künstlicher Intelligenz gefördert und dabei alle Generationen einbezogen werden. So wird der Beitrag der Jugendlichen sowie der Reichtum, der aus der Begegnung verschiedener Erfahrungen und Sensibilitäten entsteht, wertgeschätzt.

 

Mit einem Ansatz, der auf der Qualität der Beziehungen, auf Transparenz, Mitbestimmung und gemeinsamer Verantwortung basiert, bekräftigt die Bewegung ihr Engagement, Räume der Begegnung und der Zusammenarbeit zu schaffen, im Dienste des Gemeinwohls und des Friedens.