In der aktuell von Krisen und Kriegen geschüttelten Zeit ist es dem Forum Politik und Geschwisterlichkeit ein Anliegen, Hoffnung zu vermitteln und Friedensarbeit aufzuzeigen. Vier Beispiele.
von Reiner Pistner, Bernd Klotz, Editha Otto und Illes Hertwich
In einer Videokonferenz zeigt das Forum Politik und Geschwisterlichkeit Zeichen der Hoffnung auch in von Krieg und Gewalt zerrissenen Regionen auf. Am Anfang steht ein kurzer Impuls mit Gedanken aus Thomasz Haliks Rede zur Eröffnung des 13. Weltkongresses des Lutherischen Weltbundes in Krakau: In Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit gilt auch uns die Zusage „Meine Gnade genügt Dir“. Begleiten wir die Veränderungen in der Welt mit einer spirituellen Dimension der universalen Geschwisterlichkeit und erkennen wir an – mit allen Konsequenzen- dass alle Menschen Geschwister sind.

Aus Syrien berichtet Bernard Keutgens. Dort wollen die Menschen nach mehr als zwölf Jahren Krieg immer noch das Land verlassen. Sie leben in großer Hoffnungslosigkeit, weil es an Arbeit, Einkommen und an den existentiellen Dingen des Lebens fehlt und die Situation in den Nachbarländern mehr als problematisch ist. Dennoch gibt es kleine Zeichen der Hoffnung, z.B. eine Begegnung von etwa 90 Jugendlichen, Angehörige verschiedener Religionen, ein muslimisch-christliches Nähatelier für Frauen, ein Mikrokreditprojekt.

In Kairo/Ägypten lebt Bernhard Rösch im Fokolar. Nach dem Kriegsausbruch in Israel herrscht im Land eine große Angst der Destabilisierung. Das politische Bildungsniveau ist in der breiten Bevölkerung sehr niedrig und die ökumenische Arbeit mit anderen christlichen Kirchen (koptische Kirche) nicht unbedingt einfach. Die Fokolar-Bewegung ist sehr in einer sozialen Stiftung engagiert in Zusammenarbeit mit den Comboni-Missionaren. Hier werden Binnenflüchtlinge aus dem Sudan betreut, die wenig integriert in Ägypten leben und nach dem Ausbruch des Krieges immer mehr werden. In drei Zentren gibt es Lebensmittelaktionen, Kinder-und Müttertreffs. Ganz neu ist die Arbeit einer Ärztin, die einmal in der Woche zu einem medizinischen Kindercheck in die Zentren kommt.

Als Antwort auf den Balkankrieg vor 26 Jahren ist die Initiative „go4peace“ entstanden, Meinolf Wacker berichtet. Was mit der Aufbauarbeit in einer zerstörten nordbosnischen Stadt begann (Friedenskonzerte, Bauinitiativen…), hat sich mittlerweile zu einer europaweiten Jugendinitiative entwickelt, die zahlreiche Projekte verschiedenster Art durchgeführt hat. Zu nennen ist der Bau eines Jugendhauses für den Balkan, die Flüchtlingsarbeit, die Zusammenarbeit mit Myhaylo Melnik in der Ukraine, Kauf von sechs Feldküchen, Unterstützung im Kinderdorf u.v.m. Es gab Jugendbegegnungen in Albanien, Polen und Tschechien.
Für Interessierte gibt es eine Webseite: go4peace.eu
Zum Schluss berichten Hans Schwake und Peter Forst von einem induktiven Weg des Entdeckens und Zuhörens, des Dazugehören und Lernens in Kontakten mit Personen aus Mittel-und Osteuropa.
In all diesen Samen des Friedens erweisen sich die Stichworte „Beziehungen schaffen und Zuhören“ als wirksames Mittel in der derzeitigen gesellschaftlichen und politischen Lage, gerade auch in der Auseinandersetzung mit dem Populismus.
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Maria Voce, die erste Präsidentin der Fokolar-Bewegung nach der Gründerin Chiara Lubich, ist gestern im Alter von 87 Jahren in ihrem Haus in Rocca di Papa (Italien) verstorben. Das teilte Margaret Karram, die derzeitige Präsidentin, gestern Abend allen Mitgliedern der Fokolar-Bewegung weltweit mit.