Eine Delegation aus dem Kamerun besucht Köln, um Raubkunst wiederzubekommen. Deutsche Mitglieder der Fokolar-Bewegung heißen den König und seine Delegation willkommen.

Rückgabe von Raubkunst an das Volk der Bangwa. Foto: Andrea Fleming
Rückgabe von Raubkunst an das Volk der Bangwa. Foto: Andrea Fleming

ein Beitrag von Andrea Fleming

„Ohne die Fokolar-Bewegung fehlt in der Geschichte des Bangwa-Volkes ein wichtiger Teil.“ Chief Charles Morfaw Fobellah, Mitglied der Bangwa-Delegation, die am Wochenende im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum zur Restitution von Raubkunst aus der Kolonialzeit eingeladen war, freute sich, dass eine Vertretung von Fokolar-Angehörigen bei dem wichtigen Ereignis dabei sein konnte.

Im Zuge der Bemühungen des deutschen Staates und vieler deutscher Museen, Kunst- und Kulturschätze, die in der Kolonialzeit aus diversen afrikanischen Staaten entwendet wurden, wieder zurück zu geben, war am Samstag, 09. Juli eine Delegation mit dem Fon von Fontem, dem Stammesoberhaupt des Bangwa-Volkes aus dem Kamerun, in Köln. Mit der Fokolar-Bewegung verbindet die Bangwa eine lange Geschichte intensiver Freundschaft und ganz konkreter Unterstützung über inzwischen mehr als 50 Jahre.

Eine Vertretung deutscher Angehöriger der Fokolar-Bewegung, von denen sich viele in Initiativen und Projekten für die medizinische Versorgung, für Bildung und für die Infrastrukturen in Fontem engagiert hatten, war bei einer Podiumsdiskussion und einem anschließenden Fest der Begegnung im Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde mit dabei.

Enge Beziehungen nach Fontem

„Ich habe in den achtziger und neunziger Jahren 10 Jahre in Fontem und Fonjumetaw gelebt, habe die Kirche und das Wasserkraftwerk mit aufgebaut und bin für die vielen Freundschaften und Beziehungen sehr dankbar!“ freut sich Pater Bernold Geyer, Franziskaner aus dem Kloster Marienthal. „Ich war über den Internationalen Jugendfreiwilligendienst, den die Fokolar-Bewegung auch in Afrika angeboten hat, von 2017 bis zum Beginn der Unruhen im Kamerun im Jahr 2018 dort – auch wenn wir vorzeitig das Land verlassen mussten, habe ich viel mitgenommen und viel gelernt“, ergänzt Simeon Völker aus Berlin.

Und Christine Fugel erinnert sich, dass sie Anfang der achtziger Jahre eine der ersten Jugendlichen der Fokolar-Bewegung aus Deutschland war, die zu einem Auslandsaufenthalt aufbrachen. Als Krankenschwester hat sie zwei Jahre lang im Krankenhaus von Fontem gearbeitet und dort mit Jugendlichen aus ganz Afrika zusammengelebt. in Köln. Mit der Fokolar-Bewegung verbindet die Bangwa eine lange Geschichte intensiver Freundschaft und ganz konkreter Unterstützung über inzwischen mehr als 50 Jahre.

Traditionelles kamerunisches Essen

Das Fest der Begegnung war eine Gelegenheit, die langjährige Partnerschaft und Freundschaft auch mit den jungen Generationen zu erneuern und zu festigen. Der 30-jährige Bangwa-König und seine Frau, wie auch die Mitglieder seiner Delegation, von denen einige Mitglieder auch aus den USA und den Niederlanden angereist waren, freuten sich, dass auch eine Gruppe von Jugendlichen der Fokolar-Bewegung musikalisch ihren Beitrag zum Fest gab. „Wir setzen uns schon seit einigen Jahren für eine Schule in der Nähe von Fontem ein, die Rainbow-School. Wir haben Benefizveranstaltungen organisiert und uns in Zoom-Schaltungen mit den Leitern der Schule ausgetauscht. Jetzt hatten wir endlich die Chance, uns persönlich kennenzulernen“ – Dominik Maxelon und seine Freunde von der Band „Jazz Generation“ schlugen eine Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft und von den traditionellen Trommel-Tänzen der Bangwa zur Jazzmusik der jungen deutsch-kamerunischen Fokolar-Jugend.

Bei Fufu und Pofpof, traditionellen kamerunischen Essensspezialitäten klang ein intensiver Tag der Gemeinschaft und der Völkerverständigung aus.

Datum: 10.07.2022

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