Junge Menschen aus ganz Europa sehen die Polaritäten des Lebens und in der Gesellschaft als Herausforderung und wollen sie gestalten lernen. Sie laden dazu zur SummerAcademy 2025 ein.

Foto: Anna-Maria Shchehliuk

Beitrag von Schreibwerkstatt und Beatrix Ledergerber

 «Polaritäten sind überall. Ob im Bundeshaus oder im Universitätsspital, von der Wirtschaft und der Ökologie bis zu den Beziehungen in Nachbarschaft und Familie. Polaritäten können auseinandertreiben – oder Interesse füreinander hervorbringen.» Das sagt der 21jährige Medizinstudent Julien Rovere aus Bern. Er gehört zum Organisationsteam der Summer Academy 2025Statt sich immer mehr auseinander bringen zu lassen, will die Summer Academy das kreative Potential in bestehenden Polaritäten aufzeigen und mit anderen jungen Menschen ausloten. 

Ein Wochenende lang traf sich das Team in der Nähe von Varese (Italien) nach vielen Online-Meetings nun persönlich. Sie haben die Resultate der Arbeitsgruppen Inhalt, Marketing und Organisation zusammengetragen und Moderationsgruppen für die Veranstaltung im August gebildet. «Live-Treffen helfen uns, einander näher zu kommen und so erfolgreich zu arbeiten», sagt Anna-Mariia Shchehliuk, Studentin der Kultur- und Sozialwissenschaften, aus der Ukraine. Sie machte vor Ort Fotos und Videos, um die SummerAcademy über Social Media anderen jungen Menschen bekannt zu machen, denn: «Ich bin überzeugt, dass dieses Projekt uns für eine gute Sache vereint». 

Kultureller Austausch und inspirierendes Lernen

Was erwartet junge Menschen an der SummerAcademy vom 10. bis 17. August in Mariënkroon (Niederlande)? «Sie werden eine besondere Mischung aus Erholung, kulturellem Austausch und inspirierendem Lernen erfahren, in einem offenen und unterstützenden Umfeld», sagt Ana Filipan aus Zagreb/Kroatien, die kurz vor dem Ende ihres Medizinstudiums steht und schon mehrere SummerAcademys mitgemacht hat. «Sie entdecken Themen, die sie wirklich interessieren, und können sich in ihrem eigenen Tempo einbringen – durch aktives Mitdiskutieren oder einfach nur Zuhören. Die Woche bietet nicht nur persönliche Entwicklung, neue Freundschaften und spannende Perspektiven, sondern auch die Motivation, eigene Ideen umzusetzen und etwas zu bewegen. Für viele ist es ein einmaliges Erlebnis, das lange in Erinnerung bleibt – ob als schöne Erfahrung oder als wichtiger Impuls für die Zukunft.» 

Über die eigene Bubble hinaus

«Polarität erleben wir von klein auf zwischen ‘mir’ und ‘den anderen’», sagt die 21jährige Anhelina Fedorenko und erklärt, warum die Gruppe das Thema «Explore Polarities» gewählt hat. Auch sie stammt aus der Ukraine und studiert Kultur- und Sozialwissenschaften in Deutschland. «Um andere zu verstehen, navigieren wir durch ihre Logik und erforschen ihre Existenz. Damit das produktiv wird, sollten wir mit offenem Geist und offenem Herzen auch auf etwas zugehen, das unseren Überzeugungen grundlegend widerspricht.» Das findet auch Paul Ganserer, Mechatronik-Student in Innsbruck. «Gerade von Leuten, die nicht in der gleichen Bubble sind wie ich, die anders sind und denken, kann man am meisten lernen», sagt er. «Denn das, was ich schon weiß und was alle erzählen, ist mir ja bekannt. Exploring Polarities heißt für mich neue Menschen, neue Kulturen und Ansichtsweisen kennenlernen, versuchen, sie zu verstehen und mit ihnen zu leben. »Die Vorbereitungen für die SummerAcademy laufen bereits seit April 2024, als sich das Team zum Start in Katalonien traf. Zur SummerAcademy sind alle am Thema interessierten jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren eingeladen.  

Datum: 02.04.2026
Kategorie: Schweiz

Weitere interessante Artikel

In der Kirche der französischen Gemeinde Thônes nahe Genf erklingen ukrainische Lieder und Musik. Es ist ein Dank für die liebevolle Aufnahme von Geflüchteten.

Jetzt lesen
Glück - gibt es das auch in schwierigen Zeiten? Foto: Nick Fewings / unsplash

Am 20. März ist Weltglückstag. Susanne Ganarin hat über Glück geforscht und gibt im Interview wertvolle Tipps, wie man auch in schweren Zeiten glücklich sein kann.

Jetzt lesen

Jugendliche und Erwachsene der Fokolar-Bewegung in Bern organisieren sechs Kinder-Spielnachmittage in der Tiefenau, einer Kollektivunterkunft für geflüchtete Einzelpersonen und Familien. Ein Interview über Sinn und Risiken eines solchen Engagements.

Jetzt lesen