Haben Sie Vorsätze fürs neue Jahr gefasst? Wenn nicht, dann haben wir einen Vorschlag: Mehr loben! Wen und wann? Das erfahren Sie hier.
Haben Sie Vorsätze fürs neue Jahr gefasst? Wenn nicht, dann haben wir einen Vorschlag: Mehr loben! Wen und wann? Das erfahren Sie hier.
Ein Beitrag von Gabi Ballweg
Jeder Mensch will gelobt werden. Das gilt nicht nur für Kinder, sondern für Menschen aller Altersstufen. Anerkennung und Wertschätzung stärken das Selbstbewusstsein, festigen Beziehungen und fördern das Miteinander, einen herzlichen Umgang. Die positive Wirkung auf den gelobten Menschen wirkt sich wiederum als Bereicherung auf die wertschätzende Person selbst aus.
So weit so klar. Oder doch nicht? Lob kann abhängig und unselbständig machen. Man tut dann etwas nur, um gelobt zu werden. Lob bewertet die Person und kann daher gönnerhaft bis herablassend wirken. Es kann manipulativ eingesetzt werden, wenn es mit der Erwartung verbunden ist, ein Verhalten des anderen zu stärken oder zu ändern.
Was stimmt denn nun? Mit den verschiedenen Schattierungen des Lobs beschäftigt sich die Zeitschrift NEUE STADT in der ersten Ausgabe des Jahres 2026. Chefredakteurin Gabi Ballweg schreibt in ihrem Beitrag: „Auch beim Loben kommt es auf die innere Haltung an, auf Echtheit, Authentizität. Wenn Lob nicht zweckorientiert ist, nicht darauf ausgerichtet, beim anderen etwas zu erreichen, sondern wenn es Ausdruck von Anerkennung, Wertschätzung und Würdigung ist, kann es wohl kaum genug davon geben. Es richtet auf, baut Brücken, schafft Ermutigung und Bestärkung. Es lässt den anderen groß sein, erhebt ihn. Es drückt dann Nähe aus und baut Nähe auf.
In dieser Haltung, so meine ich, hat Loben sogar eine spirituelle Dimension: Verweist ein Lob nicht auch auf das Gute im Menschen, darauf, was Gott in ihn oder sie hineingelegt hat? Und darüber darf und kann ich mich mit ihr oder ihm freuen. Ganz ohne Neid und ohne Verzweckung. ‚Einander mit den Augen Gottes sehen‘, ist eine Einladung, die Chiara Lubich oft ausgesprochen hat. Sie fordert mich bis heute immer wieder heraus. Ein Gott, dessen Wesen Liebe ist, sieht die Menschen mit einem liebenden Blick, einem Blick, der ihnen Großes zutraut – er sieht das, was Anlass zur Dankbarkeit und Aufmerksamkeit gibt, auch wenn es noch so klein scheint. Mit ihm gemeinsam so auf die Menschen schauen, ihnen helfen, das zu sehen, was in sie hineingelegt ist und mich mit ihnen daran freuen.
Loben lohnt sich. Denn in einer Gemeinschaft, in der Lob und Anerkennung gelebt und gepflegt werden, kann ein Raum entstehen, in dem Menschen sich sicher fühlen, wachsen und sich gegenseitig unterstützen. Ein Raum echter Nähe.“
Lesen Sie in den weiteren Beiträgen,
- wie gutes Loben geht
- warum es sinnvoll sein kann, sich zu fragen: „Was von dem, was ich suche, kann ich mir selbst geben?“
- warum Gott immer und jederzeit gelobt werden kann
- warum Lob und Wertschätzung eng miteinander verbunden, aber nicht das gleiche sind.
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